Buchvorstellung über das Lager Gudendorf

Einladung

Die Initiative Blumen für Gudendorf lädt ein zur Buchvorstellung über das Lager Gudendorf, am Donnerstag, 11. November 2021, um 19 Uhr, im Dörpshus in Gudendorf (siehe Anlage). Nach einem Grußwort des Bürgermeisters von Gudendorf, Werner Höfs, wird Dr. Harald Schmid, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, das Werk würdigen.
Nach zwei Jahren intensiver Forschungsarbeit hat die Historikerin Verena Meier das Geschichtswerk abschließen und am 8. Mai diesen Jahres veröffentlichen können.Leider konnte seinerzeit aus Pandemiegründen das Geschichtswerk nicht wie geplant unmittelbar nach Erscheinen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dies werden wir nun nachholen, am 26. Oktober 2021 in Gudendorf. 
Darüber hinaus wird Frau Meier in der Gemeinschaftsschule Meldorf Schülerinnen und Schülern das Geschichtswerk und die Arbeit eines Historikers/einer Historikerin vorstellen.
Im Oktober wurde Frau Meier für ihr Gudendorf-Werk der Nachwuchspreis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte verliehen - als Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Einladung

Kooperationsvertrag mit Meldorfer Schule

Kooperationsvertrag vereinbart

Am 27. Oktober 2021 fand in der Aula der Gemeinschaftsschule Meldorf die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Gemeinschaftsschule und der Initiative „Blumen für Gudendorf“ statt. Die Initiative Gudendorf bemüht sich seit Mitte der 80er Jahre, an das Lager für Kriegsgefangene aus der Sowjetunion zu erinnern. Seit einigen Jahren gibt es zwischen der Gemeinschaftsschule und der Initiative eine Zusammenarbeit. Schülerinnen und Schüler hatten im Mai dieses Jahres gemeinsam mit dem Künstler Frank Speth am Gedenkort für die Opfer des Lagers Gudendorf ein „Denkmal“ entwickelt, das bei der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung am 8. Mai dieses Jahres enthüllt werden konnte. Derzeit arbeiten Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule mit dem Künstler an einem Entwurf für die Nachbildung eines Lagermodells. „Das ist für unsere Arbeit hilfreich und wichtig, weil authentische Teile des Lagers fehlen. Das Lagergelände wurde in der Nachkriegszeit bebaut“, so Benno Stahn, Sprecher der Initiative „Blumen für Gudendorf“. Der Kooperationsvertrag bietet beiden Parteien  wechselseitige Unterstützung und Begleitung bei Aktivitäten, Projektarbeiten und Mitwirkung an Gedenkveranstaltungen.
 
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In der Aula der Gemeinschaftsschule Meldorf unterzeichneten Schulleiterin Sabine Schwarz (Mitte) , Werner Höfs (links), Bürgermeister der Gemeinde Gudendorf und Benno Stahn, Sprecher Initiative „Blumen für Gudendorf“ den Kooperationsvertrag. Foto: B. Stahn

8. Mai 2021: 76 Jahre Ende des 2. Weltkrieges

Von der Gedenkveranstaltung vom 8. Mai 2021 hat Andreas Guballa vom  Offenen Kanal Westküste einen Videoclip geschnitten: https://youtu.be/XldYtjG2X0M

Dirk Neumann vom Offenen Kiel hat einen weiteren Clip zusammengestellt: https://youtu.be/MEFsR512E-0

Die Initiative Blumen für Gudendorf dankt allen Akteuren für Ihre Arbeit.

Geschichte Lager Gudendorf erschienen

TitelLagergeschihte

Seit den 80er Jahren arbeitet die Initiative Blumen für Gudendorf gemeinsam mit der Gemeinde Gudendorf daran, Licht in das Dunkel des Gudendorfer Lagers zu bringen. Erst durch die ausreichende finanzielle Unterstützung durch die vom Land Schleswig-Holstein unterstützte Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten wurde es möglich, dass die Historikerin Verena Meyer eine wissenschaftlich fundierte Darstellung des Lagers Gudendorf erarbeitet. Verena Meier stellt die Lagergeschichte und Erinnerungskultur dar und erweitert damit den Forschungsstand seit den ersten wissenschaftlichen Aufarbeitungen von  Gerhard Hoch und Martin Gietzelt. Zudem bereicherte Dr. Natalja Jeske diese Studie durch Recherchen im Staatlichen Archiv der Russischen Föderation (GARF) in Moskau. Damit konnten  wichtige  sowjetische Quellen aus der Nachkriegszeit zum Friedhof in Gudendorf  erstmals einbezogen werden. Die Initiative und die Gemeinde Gudendorf sind dankbar, dass mit dem vorliegenden Werk eine große Wissenslücke über das Lager Gudendorf geschlossen werden konnte.

Verena Meier: Das Lager und die Gedänkstätte für sowjetische Kriegsgefangene in Gudendorf. Husum 2021, 384 Seiten. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. ISBN 978-3-96717-059-7.

Artikel zur Bucherscheinung in der Dithmarscher Landeszeitung vom 14.7.2021: Artikel

 

 

Gedenkveranstaltungen zum 22. Juni 2021

Wir rufen auf, am 22. Juni 2021 in den verschiedenen Erinnerungsorten in Schleswig-Holstein der Toten aus den Ländern der Sowjetunion zu gedenken. Vor 80 Jahren begann am 22. Juni 1941 mit dem militärischen Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion ein bis dahin unvorstellbarer Vernichtungskrieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“, - wie zuvor schon beim Einfall in Polen. Das Ende ist bekannt. Der „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ kostete 50 Millionen Menschen das Leben. Unter ihnen waren 25 Millionen Sowjetbürger. Hinter dem Tarnnamen „Unternehmen Barbarossa“ verbarg sich das monströse Verbrechen eines Eroberungs- und Vernichtungskrieges gegen die damalige Sowjetunion und deren Bevölkerung. 

Über fünf Millionen sowjetische Soldaten gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft, 3,3 Millionen wurden durch Hunger und Terror ums Leben gebracht, auch in Schleswig-Holstein. Es ist den vielen meist ehrenamtlich geführten Erinnerungsorten zu verdanken, dass die Erinnerung an diese Zeit wachgehalten wird und die Gräber nicht in Vergessenheit geraten. Viele fühlen sich dem Schwur von Buchenwald verpflichtet, den die Überlebenden des Konzentrationslagers auf dem einstigen Appellplatz leisteten: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Damals wie heute sollte die Lehre sein: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus. 

Uns beunruhigt die Wiederbelebung alter Feindbilder gegenüber Russland, die eine Entspannungspolitik und freundschaftliche Beziehungen mit Russland erschwert. Gerade gegenüber dem Land, das im Zweiten Weltkrieg die meisten Toten zu beklagen hatte und zu den Befreiern gehört, empfinden wir eine große Verantwortung.

Eine Politik des friedlichen Miteinander wäre das Gebot der Stunde, wie dies die 1990 von allen europäischen Staaten einschließlich Russland, den USA und Kanada verabschiedete Charta von Paris vorsieht: „Das Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas ist zu Ende gegangen. Wir erklären, dass sich unsere Beziehungen künftig auf Achtung und Zusammenarbeit gründen werden.“ 

Wir betonen, dass gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Russland eine Voraussetzung für den Frieden in Europa sind. 

Veranstaltungen zum 22. Juni 2021:

    • Bredstedt: 22. Juni 2021, 17 Uhr, Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nikolai Bredstedt: Gedenkandacht mit Pastor Peter Schuchardt an den Gräbern der russischen Soldaten auf dem Bredstedter Friedhof, Süderstraße 42, 25821 Bredstedt. 
    • Gudendorf Gedenkstätte:  22. Juni 2021, 17 Uhr, Musik, Kultur, Gedichte. Redner: Landtagspräsident Klaus Schlie. Veranstalter Blumen für Gudendorf.
    • Husum: 22. Juni 2021, 18 Uhr, Ostfriedhof, an der Stele/Gedenkstätte für Verstorbene des KZ Husum-Schwesing.
    • Kiel: 22. Juni 2021, 14 Uhr, Parkfriedhof Eichhof „Bombenopferfeld“ (Felder 50-61). Veranstalter: Deutsch-Russische Gesellschaft Kiel; Verein Mahnmal Kilian und Koordinierungsrat der russischsprachigen Menschen in Schleswig-Holstein.
    • Neumünster, 22. Juni 2021, 18.30 Uhr, Vernichtungskrieg im Osten. Lesung mit Hannes Heer, Buchhandlung Krauskopf, NMS, Großflecken 32. Veranstalter Friedensforum Neumünster.
    • Neumünster-Einfeld: 27. Juni 2021, Gottesdienst mit Verlesen der auf dem Friedhof beerdigten Kriegsgefangenen.
    • Quickborn: 20. Juni 2021 um 14 Uhr, Gedenkfeier an den Gräbern sowjetischer Kriegsgefangenen mit musikalischer Umrahmung. Veranstalter: Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V., Förderverein Gegen das Vergessen - Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung 1933-1945 e.V.’,.
    • Uetersen: 18. Juni 2021, 17 Uhr, (Neuer) Friedhof, Gedenkveranstaltung am „Gedenkstein für 27 Sowjetbürger“. Veranstalter: Geschichtswerkstatt des SPD-Ortsvereins und Förderverein Spurensuche.
    • Wahlstedt: 13. Juni 2021 um 10 Uhr, Friedens-Gottesdienst mit Texten und Gebeten in deutscher und russischer Sprache, im Anschluss Pflanzaktion mit Jugendlichen „Blumen für den Frieden. Veranstalter: Gedenkstätte Wahlstedt.
    • Wedel: 19. Juni 2021, 11 Uhr, Gedenkveranstaltung auf dem Rathausplatz. Mit Prof. Dr. Jürgen Scheffran. Musik Horst Warncke und Jens Wilke. Veranstalter: Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg und andere.

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