Besuch aus Minsk

Am 14. September besuchten Scnhülerinnen und Schüler der Schule 212 in Minsk und vom Werner-Heisenberg-Gymnasium Heide die Gedenkstätte Gudendorf. Begleitet wurden sie von den beiden Lehrern Claus-Peter Kock und Friedrich Bauch vom Werner-Heisenberg-Gymnasium. Der Bürgermeister von Gudenorf, Werner Höfs begrüßte die Schülerinnen und Schüler. Auch der Botschaftssekretär der weißrussischen Botschaft aus Berlin war anwesend. Von der Initiative "Blumen für Gudendorf" waren Dr. Dieter Stein dabei und Marianne und Günther Wilke, die ein paar Tage später nach Minsk flogen. 
 
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 Fotos: Berndt Steincke und D. Stein

Verena Meier beginnt Forschungsarbeit

  Anfang Mai hat die Heidelberger Historikerin Verena Meier die Forschungsarbeit für eine Geschichte des Lagers Gudendorf begonnen. Das von der Initiative "Blumen für Gudendorf" initiierte Projekt wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung Schleswig-Holstein, der Brunswiker Stiftung sowie des Vereins für Dithmarscher Landeskunde. Die Forschung in Archiven und vor Ort in Gudendorf und Umgebung  soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. 2018  wird Verena Meier das Manuskript erstellen, das dann in gedruckter Form erscheinen wird. sta

Gedenkveranstaltung am 6. Mai 2017

Die diesjährige Gedenkveranstaltung fand  am 6. Mai 2017, 14 Uhr, an der Gedenkstätte statt. Flyer

Das Grußwort der Ministerin Anke Spoorendonk gibt es hier und einen Zeitungsbericht der Dithmarscher Landeszeitung hier

 

Grußwort der Ministerin Anke Spoorendonk

Grußwort der Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein anlässlich des Gedenkens der Opfer im ehemaligen Lager Gudendorf in der heutigen Gedenkstätte Gudendorf. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Anwesende,

mit Ihrem Zusammenkommen am heutigen Tag ehren Sie die Menschen, die im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Gudendorf während der NS-Zeit ums Leben gekommen sind. Sie gedenken Ihrer und Sie erinnern an sie.

Ein solches Gedenken ist nicht auf die großen, bekannten Orte wie Auschwitz oder Dachau begrenzt. Und auch nicht auf große Jahrestage, wie wir sie im letzten Jahr zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren mehrfach begangen haben. Erinnern und Gedenken darf niemals Routine werden oder im Ritual erstarren. Von „Erinnerungsprofis“ war gar schon die Rede, von der Austauschbarkeit von Redepassagen.

Gerade deshalb bin ich für eine Initiative wie die Ihre hier vor Ort so dankbar. Sie leben dieses Gedenken und füllen es dauerhaft und nicht nur sporadisch aus. Mit dem Verstummen der Zeitzeugen wird es immer wichtiger, junge Menschen an das Thema heranzuführen und ihnen positive Anregungen zu geben. Welche „Handlungsspielräume“ gab es im Nationalsozialismus für Hilfeleistungen und Solidarität mit den Ausgegrenzten und Verfolgten? Und wie wurden sie genutzt? Mit solchen Erfahrungen bleibt zu hoffen, dass sich auch künftige Entwicklungen und Krisen meistern lassen. 

Denn das eine hat mit dem anderen zu tun: Der heutige Umgang mit der sogenannten Flüchtlingskrise ist durchaus auch geprägt durch unsere düstere Vergangenheit. Ohne die Verfolgung Andersgläubiger und Andersdenkender in und durch Nazideutschland hätte es den Asylparagrafen wohl kaum in dieser Form in der Verfassung gegeben. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit sensibilisiert uns auch für Gegenwart und Zukunft.  Und die strikte Auslegung dieses Grundrechts auf Asyl ist die Basis für die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge. Auch diesen Menschen wollen wir in Zukunft etwas von unserer Vergangenheit und unserer Erinnerungskultur vermitteln.

Ja, unser Gedenken ist vergangenheitsbezogen. Und wir können nachträglich keine „Heilung“ herstellen. Aber wir können unsere Lehren daraus ziehen, wir können für die Gefährdungen der Humanität und der Brüchigkeit staatsbürgerlicher Entwicklungen sensibilisieren und zum aktiven Handeln ermutigen. Geschichte wiederholt sich nicht einfach – und auch Gedenken wiederholt sich nicht einfach. Diese Feierlichkeiten hier in Gudendorf mögen jedes Jahr denselben Anlass haben, aber wir entwickeln uns von Jahr zu Jahr weiter, lernen dazu und geben unsere Erfahrungen weiter. 

Neben der Trauer und Nachdenklichkeit gehören für mich auch das Engagement und der Einsatz für Toleranz und Solidarität, für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Demokratie zum heutigen Tag. Ich danke der „Initiative Blumen für Gudendorf“ ausdrücklich für ihre Bildungs- und Erinnerungsarbeit, für ihre Standhaftigkeit, hier ein Zeichen zu setzen, Spuren zu bewahren und zu hinterlassen. Wir alle sind dazu aufgerufen, unsere Sonntagsreden auch im Alltag zu leben.

Anke Spoorendonk

Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein

Gedenkveranstaltung 7. Mai 2016

Günther Wilke

Rede anläßlich der Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte Gudendorf am 7. Mai 2016

 

 

Sehr geehrte Frau Kreispräsidentin Kolb, 

lieber Herr Bürgermeister Höfs,

sehr geehrte Frau Konsulin,

liebe Freundinnen und Freunde,

jedes Jahr um den 8. Mai herum treffen wir uns hier in Gudendorf, um der sowjetischen Kriegsgefangenen zu gedenken, die dem Vernichtungskrieg des NS- Regimes gegen die Völker der Sowjetunion zum Opfer gefallen sind. Vor 33 Jahren haben wir, engagierte Menschen aus der Friedens- und der Antifa- Bewegung , uns zum ersten Mal hier versammelt. Wir wollten verhindern, dass dieser Ort der Erinnerung dem Vergessen anheim fällt, wollten wissen und dokumentieren,  wie diese Unbekannten zu Tode gekommen sind. Wir wollten und wollen es immer noch, ihre Namen ermitteln und zugleich den Willen  bekunden, alles zu unternehmen, was dem Frieden und der Völkerverständigung dient. Niemals soll vergessen werden, dass zwischen dem Überfall  Deutschlands am 22. Juni 1941 und dem 8. Mai 1945 27 Millionen Menschen in den zur Sowjetunion gehörenden Ländern umgebracht wurden. Zuerst waren es die Juden, dann die Sinti und Roma . Schließlich traf es die sowjetischen  Kriegsgefangenen Zu diesen Opfern gehören auch die sowjetischen Soldaten, die in den Dünen von Gudendorf in Massengräbern anonym verscharrt wurden und  umgebettete Zwangsarbeiter aus den östlichen Ländern, die ihre Heimat nicht wiedergesehen haben. 

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