Geschichte Lager Gudendorf erschienen

TitelLagergeschihte

Seit den 80er Jahren arbeitet die Initiative Blumen für Gudendorf gemeinsam mit der Gemeinde Gudendorf daran, Licht in das Dunkel des Gudendorfer Lagers zu bringen. Erst durch die ausreichende finanzielle Unterstützung durch die vom Land Schleswig-Holstein unterstützte Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten wurde es möglich, dass die Historikerin Verena Meyer eine wissenschaftlich fundierte Darstellung des Lagers Gudendorf erarbeitet. Verena Meier stellt die Lagergeschichte und Erinnerungskultur dar und erweitert damit den Forschungsstand seit den ersten wissenschaftlichen Aufarbeitungen von  Gerhard Hoch und Martin Gietzelt. Zudem bereicherte Dr. Natalja Jeske diese Studie durch Recherchen im Staatlichen Archiv der Russischen Föderation (GARF) in Moskau. Damit konnten  wichtige  sowjetische Quellen aus der Nachkriegszeit zum Friedhof in Gudendorf  erstmals einbezogen werden. Die Initiative und die Gemeinde Gudendorf sind dankbar, dass mit dem vorliegenden Werk eine große Wissenslücke über das Lager Gudendorf geschlossen werden konnte.

Verena Meier: Das Lager und die Gedänkstätte für sowjetische Kriegsgefangene in Gudendorf. Husum 2021, 384 Seiten. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. ISBN 978-3-96717-059-7.

Artikel zur Bucherscheinung in der Dithmarscher Landeszeitung vom 14.7.2021: Artikel

 

 

Gedenkveranstaltungen zum 22. Juni 2021

Wir rufen auf, am 22. Juni 2021 in den verschiedenen Erinnerungsorten in Schleswig-Holstein der Toten aus den Ländern der Sowjetunion zu gedenken. Vor 80 Jahren begann am 22. Juni 1941 mit dem militärischen Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion ein bis dahin unvorstellbarer Vernichtungskrieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“, - wie zuvor schon beim Einfall in Polen. Das Ende ist bekannt. Der „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ kostete 50 Millionen Menschen das Leben. Unter ihnen waren 25 Millionen Sowjetbürger. Hinter dem Tarnnamen „Unternehmen Barbarossa“ verbarg sich das monströse Verbrechen eines Eroberungs- und Vernichtungskrieges gegen die damalige Sowjetunion und deren Bevölkerung. 

Über fünf Millionen sowjetische Soldaten gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft, 3,3 Millionen wurden durch Hunger und Terror ums Leben gebracht, auch in Schleswig-Holstein. Es ist den vielen meist ehrenamtlich geführten Erinnerungsorten zu verdanken, dass die Erinnerung an diese Zeit wachgehalten wird und die Gräber nicht in Vergessenheit geraten. Viele fühlen sich dem Schwur von Buchenwald verpflichtet, den die Überlebenden des Konzentrationslagers auf dem einstigen Appellplatz leisteten: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Damals wie heute sollte die Lehre sein: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus. 

Uns beunruhigt die Wiederbelebung alter Feindbilder gegenüber Russland, die eine Entspannungspolitik und freundschaftliche Beziehungen mit Russland erschwert. Gerade gegenüber dem Land, das im Zweiten Weltkrieg die meisten Toten zu beklagen hatte und zu den Befreiern gehört, empfinden wir eine große Verantwortung.

Eine Politik des friedlichen Miteinander wäre das Gebot der Stunde, wie dies die 1990 von allen europäischen Staaten einschließlich Russland, den USA und Kanada verabschiedete Charta von Paris vorsieht: „Das Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas ist zu Ende gegangen. Wir erklären, dass sich unsere Beziehungen künftig auf Achtung und Zusammenarbeit gründen werden.“ 

Wir betonen, dass gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Russland eine Voraussetzung für den Frieden in Europa sind. 

Veranstaltungen zum 22. Juni 2021:

    • Bredstedt: 22. Juni 2021, 17 Uhr, Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nikolai Bredstedt: Gedenkandacht mit Pastor Peter Schuchardt an den Gräbern der russischen Soldaten auf dem Bredstedter Friedhof, Süderstraße 42, 25821 Bredstedt. 
    • Gudendorf Gedenkstätte:  22. Juni 2021, 17 Uhr, Musik, Kultur, Gedichte. Redner: Landtagspräsident Klaus Schlie. Veranstalter Blumen für Gudendorf.
    • Husum: 22. Juni 2021, 18 Uhr, Ostfriedhof, an der Stele/Gedenkstätte für Verstorbene des KZ Husum-Schwesing.
    • Kiel: 22. Juni 2021, 14 Uhr, Parkfriedhof Eichhof „Bombenopferfeld“ (Felder 50-61). Veranstalter: Deutsch-Russische Gesellschaft Kiel; Verein Mahnmal Kilian und Koordinierungsrat der russischsprachigen Menschen in Schleswig-Holstein.
    • Neumünster, 22. Juni 2021, 18.30 Uhr, Vernichtungskrieg im Osten. Lesung mit Hannes Heer, Buchhandlung Krauskopf, NMS, Großflecken 32. Veranstalter Friedensforum Neumünster.
    • Neumünster-Einfeld: 27. Juni 2021, Gottesdienst mit Verlesen der auf dem Friedhof beerdigten Kriegsgefangenen.
    • Quickborn: 20. Juni 2021 um 14 Uhr, Gedenkfeier an den Gräbern sowjetischer Kriegsgefangenen mit musikalischer Umrahmung. Veranstalter: Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V., Förderverein Gegen das Vergessen - Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung 1933-1945 e.V.’,.
    • Uetersen: 18. Juni 2021, 17 Uhr, (Neuer) Friedhof, Gedenkveranstaltung am „Gedenkstein für 27 Sowjetbürger“. Veranstalter: Geschichtswerkstatt des SPD-Ortsvereins und Förderverein Spurensuche.
    • Wahlstedt: 13. Juni 2021 um 10 Uhr, Friedens-Gottesdienst mit Texten und Gebeten in deutscher und russischer Sprache, im Anschluss Pflanzaktion mit Jugendlichen „Blumen für den Frieden. Veranstalter: Gedenkstätte Wahlstedt.
    • Wedel: 19. Juni 2021, 11 Uhr, Gedenkveranstaltung auf dem Rathausplatz. Mit Prof. Dr. Jürgen Scheffran. Musik Horst Warncke und Jens Wilke. Veranstalter: Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg und andere.

Aufruf als PDF

 

22. Juni 2021 - 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Die Initiative Blumen für Gudendorf lädt, am 22. Juni 202, 17 Uhr am Mahnmal in Gudendorf der Toten aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu gedenken. Vor 80 Jahren begann am 22. Juni 1941 mit dem militärischen Überfall Nazi-Deutschlands auf die ehemalige Sowjetunion ein bis dahin unvorstellbarer Vernichtungskrieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“, - wie zuvor schon beim Einfall in Polen. Flyer

8. Mai: Befreiung von Krieg und Faschismus

In diesem Jahr wird der 8. Mai in Schleswig-Holstein erstmals als offizieller Gedenktag begangen. Der 8. Mai 1945 markiert als Datum der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die Initiative Blumen für Gudendorf lädt zu einer Mahn- und Gedenkkundgebung am Samstag, 8. Mai 2021, 14 Uhr, an der Gedenkstätte in Gudenorf ein - sofern die Pandemiebedingungen es zulassen. Einladung

 

Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. gegründet

Letzte Woche hat sich die bundesweite Interessenvertretung Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. gegründet. Der Verband ging hervor aus dem 2014 gegründeten FORUM der Landesarbeitsgemeinschaften, Erinnerungsorte und -initiativen. Er vereint erstmals alle maßgeblichen Akteure und hat sich zum Ziel gesetzt, die Interessen von derzeit über 300 Gedenkstätten und Erinnerungsorten auf der Bundesebene zu vertreten, die öffentliche Wahrnehmung der Bildungsorte zu verstärken und die Arbeitsbedingungen der Einrichtungen nachhaltig zu sichern und zu professionalisieren. Pressemitteilung