Trauer um Günther Wilke

Trauer um Günther Wilke

Günther war Gründungsmitglied der Initiative Blumen für Gudendorf (Gedenkstätte Gudendorf) und lebte in Wedel. Der verdiente Journalist und Chronist setzte sich als aufrechter Kommunist und Antifaschist ein für die Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft. Ihm war dauerhafter Frieden Herzensangelegenheit, besonders zwischen Deutschland und Russland. Wir trauern mit seiner Frau Marianne und der ganzen Familie. Wir vermissen Günther, seine Toleranz und freundschaftstiftende ruhig-sachliche Art, seinen Einsatz für Menschenwürde und Menschlichkeit.

Für die Initiative: Benno Stahn und Gundel Orth, Bernd Frohböse, Georg Gerchen, Werner und Ingrid Höfs, Irmgard und Wolfram Jasker, Jan Rambke, Hans Starp, Dieter und Martina Stein, Jens und Anneliese Thomsen, Gerd Wohlenberg

Gedenkrede Dr. Reimer Möller 4.5.2019

Reimer Möller

Gedenkrede am 4.5.2019 auf dem russischen Ehrenfriedhof Gudendorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesen Tagen vor 74 Jahren endete die Herrschaft des Nationalsozialismus, nachdem sich die Rote Armee bis in den Garten der Reichskanzlei in Berlin, die US-Armee an den Alpenrand und die britische Armee bis auf den Rathausmarkt in Hamburg vorgekämpft hatten. Am 7.5.1945 marschierte die 7th armoured Division der britischen Armee auf der Reichsstraße 5 über die Kanalbrücke bei Grünenthal nach Dithmarschen ein.

Für die rund 250 sowjetischen Soldaten, die auf diesem Friedhof begraben sind, kam die Befreiung zu spät. Sie haben ihre Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein nicht überlebt. 

Da ja in der NS-Ideologie die Bevölkerung der Sowjetunion als große politische und rassische Gefahr galt, ließ die Wehrmacht ihre sowjetischen Kriegsgefangenen zunächst an Versorgungsmängeln zugrunde gehen. Dies auch in Norddeutschland, und zwar in den sogenannten „Russenlagern“ der Lüneburger Heide Fallingbostel (Stalag XI B), Wietzendorf (Stalag X D (310)) und Oerbke (Stalag XI D (421)). Die Zahl der Opfer beläuft sich für Fallingbostel und Oerbke auf 30000-40000 Tote bzw. 16000 Tote für Wietzendorf.

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Grußwort Ministerin Karin Prien 2019

Grußwort der Ministerin zur Gedenkveranstaltung „Blumen für Gudendorf` am 04. Mai 2019

Sehr geemer Herr Bürgermeister Höfs,
sehr geehrte Kreispräsidentin Borwieck-Dethlefs,
sehr geehrter Vizekonsul Novikov,
sehr geehrier Dr. Möller,
liebe Mitwirkende der lnitiative „Blumen für Gudendorf`

wie jedes Jahr seit 1983 versammeln Sie sich, um gemeinsam zu erinnern und zu

gedenken. Sie erinnem damit an das, was hier geschah und gedenken der wohl über 3000 Menschen, die hier den Tod fanden und in Massengräbem beerdigt sind. Diese Menschen

sind im kollektiven Gedächtnis Schleswig-Holsteins verankert und ihr Tod ist uns stetigeMahnung.
lhr Engagement zeigt, dass wir die Augen vor unserer eigenen Geschichte nicht verschließen, sondern verantwoftungsvoll damit umgehen. Das ist und bleibt auch in Zukunft eine große Aufgabe.

Wir haben für die Schu[en in Schleswig-Holstein für 2019 das Jahr der politischen Bildung ausgerufen.
Damit werden wir neue lmpulse, gerade an der Schnittstelle von Schule und Kultur, setzen. Es ist mir auch ein ganz persönliches Anliegen, junge Menschen an die Erinnerungskultur heranzuführen und die Zusammenarbeit von Schulen und Gedenkstätten zu stärken. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist besonders für junge Menschen eine große Herausforderung und die Brücke in eine friedliche Zukunft.

Ich bin lhnen dankbar, dass Sie mit lhrer Arbeit und lhrem Engagement diese Brücke an der Gedenkstätte Gudendori schaffen. Hier finden Trauer und stilles Gedenken ebenso statt wie Engagement für Demokratie und Menschenwürde. Sie fördern die weitere historische Aufarbeitung durch eine Historikerin und wirken daran mit, das Namensband der Toten weiterzuschreiben. Diese unschätzbare Arbeit bildet eine Grundlage für den auch zukünftig offenen Umgang mit der Geschichte Schleswig-Holsteins.

lch danke lhnen herzlich für lhr Engagement.

lhre

Karin Prien

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Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kulturdes Landes Schleswig-Holstein

Grußwort als PDF

Gedenkveranstaltung am 4. Mai 2019

Die Initiative Blumen für Gudendorf lädt zur Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte am 4. Mai 2019, 14 Uhr ein. Flyer

Verena Meier beginnt Forschungsarbeit

  Anfang Mai hat die Heidelberger Historikerin Verena Meier die Forschungsarbeit für eine Geschichte des Lagers Gudendorf begonnen. Das von der Initiative "Blumen für Gudendorf" initiierte Projekt wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung Schleswig-Holstein, der Brunswiker Stiftung sowie des Vereins für Dithmarscher Landeskunde. Die Forschung in Archiven und vor Ort in Gudendorf und Umgebung  soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. 2018  wird Verena Meier das Manuskript erstellen, das dann in gedruckter Form erscheinen wird. sta